Generalversammlung 2019

- Die drei Jubilare traten dem Verein 1949 bei – alle am selben Tag. Nun wurden sie geehrt – mit drei „Fünfzigern“ und fünf „Vierzigern“. Auch Goldene Nadeln gab es. -

GRISTEDE Alle drei traten dem heutigen Schützen- und Heimatverein Gristede am selben Tag bei – Anfang 1949. Hermann Eiting war 19 Jahre alt, Georg von Ohlen und Heino Wemken 16. Nach Ende des 2. Weltkriegs waren sie „Mitbegründer“ des reaktivierten Vereins, der in seiner 107-jährigen Geschichte insgesamt vier Namen trug. Und da nach dem Krieg das Schützenwesen zunächst nicht so recht in Gang kommen durfte, hieß er da „Gristeder plattdütsche Vereen“, neu erweckt am 14. Januar 1949 – vor 70 Jahren.

„Noch nie gegeben“

In der Jahreshauptversammlung in dieser Woche durfte der Schützen- und Heimatverein Gristede die drei „Siebziger“ auf einen Streich für ihre langjährige Treue ehren. „Das hat es nach unserem Kenntnisstand in der gesamten Vereinsgeschichte noch nicht gegeben“, sagt Präsident Dieter Warntjen.

Dass die Mitglieder ihrem Verein überaus lange treu sind, zeigte sich auch 1999 und 2004, als zunächst Wilhelm Brunken und dann Fritz Hilljegerdes, genannt „Lüttje Fied“, sogar für ihre jeweils 80-jährige Zugehörigkeit geehrt wurden.

„1949 hatte der Dorfschullehrer Erich Haferkamp die Neugründung des Vereins initiiert. Er hatte zu einem „Vortragsabend“ eingeladen, um die Vereinstätigkeit wieder zu mobilisieren – „und wurde gleich 1. Vorsitzender“, weiß Hermann Eiting (89). „Wir haben • Volkstänze getanzt, es wurde geboßelt und auch schon wieder mit dem Luftgewehr geschossen“, erinnert sich Heino Wemken (86) genau an seine Jugendzeit.

„Gristede war zu jener Zeit natürlicher kleiner und ländlicher“, gibt Wemken auch die Erinnerungen seiner Mit-Jubilare wieder. 52 Milchlieferanten hatte es im Ort gegeben, die auch die Molkerei in Wiefelstede belieferten – wenn sie denn Milch übrig hatten. „Es gab nach dem Krieg Betriebe, die nur eine einzige Kuh hatten, vor allem für den Eigenbedarf“, weiß Wemken, der unter anderem von 1980 bis 1997 Vereinsvorsitzender war und heute Ehrenpräsident ist.

1949 wurde zwar noch kein Schützen-, dafür aber ein „Heimatfest“ gefeiert – mit Straßen- und Weideboßeln, Geschicklichkeitswerfen, Preisschießen und Kinderbelustigungen. Und einem ersten Schützenkönig: Heinz Bruns. „1952 haben wir den Schießstand wieder hergerichtet“, weiß auch Georg von Ohlen (86): Dieser war im Krieg auch als Gefangenenlager genutzt worden. Ab 1953 sollte der Schießsport im Verein wieder mehr in den Vordergrund rücken. So wurde er am 18. Februar des Jahres umbenannt – in Schützen- und Heimatverein Gristede. Die drei Jubilare blieben dem heute 199 Mitglieder zählenden Verein treu. „Auch das Gesellige hat uns neben dem Schießen immer Freude gemacht“, ziehen sie Bilanz. Bei der Hauptversammlung erhielten sie Treuenadel und Urkunde – wobei Marion Siemer, Vizepräsidentin des Oldenburger Schützenbundes, die Ehrung mit gestaltete.

Für ihre 50-jährige Treue zum Verein wurden Henning Behrens, Fritz Gerdes und Diedrich Kuck geehrt. 40 Jahre dabei sind nun schon Hartmut Bruns, Klaus Gerdes, Uwe Kuck, Annegret Lübben (nicht anwesend) und Albert Stühmer.

Mit der Goldenen Ehrennadel des Oldenburger Schützenbundes zeichnete Marion Siemer Kassenwartin Hille Wardenburg aus, die seit zehn Jahren im Amt ist und, so Siemer, „maßgeblich am finanziellen Erfolg des Vereins beteiligt ist“. Die Goldene Verdienstnadel des Nordwestdeutschen Schützenbundes erhielt Vereinspräsident Dieter Warntjen. Er wurde 2003 2. Vorsitzender und 2005 Präsident. In seine Amtszeit fielen die Modernisierung des Schießstandes und das 100-jährige Bestehen des Vereins im Jahr 2012.

Quelle: NWZ vom 02.Februar 2019 (Claus Stölting)


Ehrung 1
Sind 70 Jahre Mitglied und haben immer noch Spaß im Verein (von links):
Heino Wemken (86), Hermann Eiting (89) und Georg von Ohlen (86).
Bild von Claus Stölting (NWZ 2. Februar 2019)




Ehrung 2
Auch sie wurden geehrt (von links): Hartmut Bruns, Klaus Gerdes, Uwe Kuck,
Albert Stühmer, Henning Behrens, Fritz Gerdes, Diedrich Kuck, Hille
Wardenburg und Dieter Warntjen. Zu Gast war Marion Siemer.
Bild von Claus Stölting (NWZ 2. Februar 2019)